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Art des Erregers

Variola vera - Virus

Letalität

(unbehandelt/behandelt)

Ungeimpfte Erkrankte: 30 %; geimpfte Personen: 4 %; Milde Verlaufsform: ca. 1 %; hämorrhagische Form: über 90 %

Inkubationszeit

1-2 Wochen

Gegenmaßnahme

Schutzimpfung

Übertragung

Kontakt unter 2m, Staub, Tröpfchen

Infektiosität

1–100 Organismen

Virulenz

hoch

Pathogenität

unbekannt

Tenazität

resistent gegen Austrocknung (bis zu Jahre)
empfindlich als Aerosol überlebt 24h

Immunität

nach Erkrankung: deszendierender Schutz;
nach Impfung: Schutz für drei Jahre

Variola vera

Variola Vera

Erreger

Doppelstrang-DNS-Virus (186 kbp) in Quaderform (100 × 200 × 300 nm) mit helikalem Kapsid und zwei Hüllen. Variola, der Erreger der Pocken gehört zum Genus der Orthopockenviren (ebenso wie Kuhpocken-, Affenpocken-, Kamelpocken- und das Vaccinia-Virus). Variola ist nur für den Menschen hochvirulent.

Verlauf der Krankheit

An Pocken erkranktes Mädchen

Beginn der Klinik mit schwerem Krankheitsgefühl, Abgeschlagenheit, hohem Fieber, Kopf- und Rückenschmerzen und Rachenkatarrh. In diesem Stadium ist der Erkrankte infektiös.

Kurzer Fieberabfall nach ein bis fünf Tagen.

Nach Wiederanstieg des Fiebers (biphasischer Fiebertyp) zeitgleich Auftreten von Hauteffloreszenzen im Bereich der Schleimhäute, des Gesichts und der Unterarme. Ausbreitung des Exanthems auf den Körperstamm und die Beine. LK-Vergrößerung

Exanthem bevorzugt Gesicht und Extremitäten (lichtexponierte Hautstellen), Stamm weniger betroffen. Rote Flecken bilden sich zu Knötchen, diese werden zu virushaltigen Bläschen. In der Spätphase sind die Pusteln zentral eingedellt. Bläschen trocken ein, verschorfen. Nach Abheilung bleibt eine Narbe zurück. Gesamte Erkrankung bis zum Abfallen der Krusten dauert ca. 3-6 Wochen.

Auch fulminante hämorrhagische Verläufe (in ca. 3 % der Fälle) mit kürzerer Inkubationszeit (schwarze Blattern) sowie milde Verlaufsformen mit hohem Fieber und nur einzelnen Hauteffloreszenzen (v. a. bei teilimmunisierten Patienten) werden beobachtet. Die Kontagiosität ist in beiden Fällen hoch!

Relevanz für Bioterror

Die Bedrohung durch Pocken als Biowaffe ist der Infektiosität des Virus in Aerosolform sowie der relativen Einfachheit der Produktion großer Mengen und dem wachsenden Bevölkerungsanteil ohne Impfschutz zuzuschreiben.

Impfprogramme für die Zivilbevölkerung wurden in den frühen 80er Jahren beendet – die Erkrankung gilt als ausgerottet. Lediglich in zwei WHO-Referenzlaboratorien in den USA und Russland sind heute noch Pockenstämme vorhanden. Es kann aber nicht ausgeschlossen werden, dass noch weitere Bestände vorhanden sind. Wegen der möglichen Gefahr eines BT-Anschlags wird in Deutschland seit 2002 wieder Impfstoff bevorratet, um 100% der Bevölkerung zu vakzinieren. Österreich hat Impstoffe für ein Viertel der Bevölkerung lagernd.

Als Biowaffe kamen Pocken schon im 18. Jahrhundert zum Einsatz. Indianern in Amerika wurden von der britischen Armee kontaminierte Decken ausgehändigt, die zu verheerenden Pockenausbrüchen unter den Indianern führten. Des weiteren wird berichtet, dass die ehemalige Sowjetunion große Mengen Pocken zur B-Waffen-Verwendung produzierte und lagerte. Als Antwort dazu forscht die USA seit mehreren Jahren, an der Abwehr von Biowaffenanschlägen.

Gefahren durch Bio­terrorismus

Die Bedrohung durch Pocken als Biowaffe ist der Infektiosität des Virus in Aerosolform sowie der relativen Einfachheit der Produktion großer Mengen und dem wachsenden Bevölkerungsanteil ohne Impfschutz zuzuschreiben.

Impfprogramme für die Zivilbevölkerung wurden in den frühen 80er Jahren beendet – die Erkrankung gilt als ausgerottet. Lediglich in zwei WHO-Referenzlaboratorien in den USA und Russland sind heute noch Pockenstämme vorhanden. Wegen der möglichen Gefahr eines BT-Anschlags wird in Deutschland seit 2002 wieder Impfstoff bevorratet, um 100% der Bevölkerung zu vakzinieren. Österreich hat Impstoffe für ein Viertel der Bevölkerung lagernd.

Als Biowaffe kamen Pocken schon im 18. Jahrhundert zum Einsatz. Indianern in Amerika wurden von der britischen Armee kontaminierte Decken ausgehändigt. Des weiteren wird berichtet, dass die ehemalige Sowjetunion große Mengen Pocken zur B-Waffen-Verwendung produzierte und lagerte. Die Existenz weiterer Bestände ist nicht auszuschließen.

Statisitk über Pocken­impfungen

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