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Art des Erregers

Brucellose melitensis - Bakterium

Letalität (unbehandelt/behandelt)

unter 2% ; langanhaltende Arbeitsunfähigkeit

Inkubationszeit

5–60 Tage

Gegenmaßnahme

Antibiotika

Übertragung

kontaminierte Lebensmittel, infizierte Tiere

Infektiosität

10-100 Bakterien

Virulenz

gering

Pathogenität

gering

Tenazität

empfindlich gegenüber Hitze & Desinfektionsmitteln; in wässriger Suspension > 60°C in 10 Min. abgetötet. Ansonsten überleben bis zu einigen Wochen

Immunität

Die natürliche Infektion hinterlässt keine anhaltende komplette Immunität.

Infektionen mit Brucella ovis und Brucella neotomae sind beim Menschen bisher nicht bekannt. Für Brucella melitensis werden derzeit drei Biovare, für Brucella suis fünf Biovare und für Brucella abortus sieben Biovare beschrieben.

Brucella melitensis

Brucella melitensis

Erreger

Bei der Brucellose handelt es sich um eine Zoonose, die durch Infektion mit Bakterien der Gattung Brucella erworben wird. Humanpathogen sind Brucella melitensis (Maltafieber), Brucella suis, Brucella abortus (Morbus Bang) und in geringem Maße Brucella canis. Brucellen sind kleine, unbewegliche, nicht sporenbildende, aerob und z. T. mikroaerophil wachsende, gramnegative kokkoide Stäbchen. Sie sind empfindlich gegenüber der Einwirkung von Hitze und Desinfektionsmitteln und werden in wässriger Suspension durch Temperaturen von mehr als 60 °C innerhalb von 10 Minuten abgetötet. Bei Umgebungstemperaturen können sie in Urin, Staub, Wasser oder Erde und insbesondere auch in Milch und Milchprodukten mehrere Tage bis zu einigen Wochen überleben.

Bioterroristische Relevanz

Bedeutung als biologischer Kampfstoff haben Brucellen durch ihre hohe Infektiösität als Aerosol. Vermutlich reichen 10–100 Bakterien aus, um beim Menschen eine Infektion auszulösen. Herabgesetzt wird ihre Eignung als B-Kampfstoff durch die variable Inkubationszeit (5 Tage bis mehrere Monate) und dadurch, dass ca. 90 % der natürlich erworbenen Infektionen subklinisch verlaufen. Allerdings könnten diese "Nachteile" ggf. durch größere Aerosolmengen ausgeglichen werden.

Vorkommen

Die Krankheit ist bei Haus- und Nutztieren mit größeren regionalen Unterschieden weltweit verbreitet; der Mensch ist durch infizierte Nutztiere gefährdet. Endemiegebiete sind der Mittelmeerraum, die Arabische Halbinsel, Afrika, Asien, Mittel- und Südamerika. In Deutschland gelten die Rinderbestände sowie die Schaf- und Ziegenbestände als amtlich frei von B. abortus bzw. B. melitensis. Auftretende Erkrankungsfälle bei Tieren sind daher durch Tierhandel importiert oder von Wildtieren auf Nutztiere übertragen. Bei den im Rahmen der Meldepflicht gemäß IfSG an das Robert Koch-Institut übermittelten Fällen handelt es sich überwiegend um importierte Fälle. In den letzten Jahren wurden 24-37 Fälle pro Jahr registriert. Unter den Angaben zum möglichen Infektionsland wurde am häufigsten die Türkei angegeben, andere Länder (vor allem Länder im Mittelmeerraum) wurden nur in Einzelfällen genannt.

Statisitk über Pestfälle