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Art des Erregers

Francisella tularensis - Bakterium

Letalität (unbehandelt/behandelt)

60 %; unter 2 % Lethalität

Inkubationszeit

1-14 Tage; in der Regel 3-5 Tage

Gegenmaßnahme

Antibiotika

Übertragung

Aerosole, kontaminiertes Material,
infizierte blutsaugende Arthropoden

Infektiosität

1–10 Erreger

Virulenz

hoch

Pathogenität

hoch

Tenazität

empfindlich gegen UV-Anteil des Sonnenlichts,
Temperaturen über 40°C,
Desinfektionsmittel und gegen Austrocknung

Immunität

weitgehend, aber nicht absolut

Francisella tualarensis

Francisella tularensis

Erreger

Der Erreger der Tularämie, Francisella (F.) tularensis, ist ein gram-negativer, intrazellulärer, unbeweglicher, aerob wachsender, pleomorpher Coccobacillus. Er bildet keine Sporen aus, ist aber trotzdem in der Umwelt sehr widerstandsfähig, insbesondere bei niedrigen Temperaturen. Gemäß der Biostoffverordnung gehört F. tularensis ssp. tularensis zur Risikogruppe 3, alle anderen Subspezies sind in die Risikogruppe 2 eingeordnet. F. tularensis wird als potentieller Biowaffenerreger betrachtet.

Bioterroristische Relevanz

Bis zum Biowaffenübereinkommen war F. tularensis Forschungsgegenstand in den Biowaffenprogrammen mehrerer Länder. Auf Grund seiner hohen Infektiosität und Stabilität in der Umwelt erscheint vor allem F. tularensis tularensis geeignet als BT-Agens. Die Subspezies F. tularensis tularensis ist wegen ihrer hohen Virulenz von besonderem BT-Interesse. 10–50 Erreger sind ausreichend, um durch Inhalation oder intrakutane Applikation eine Erkrankung auszulösen. Bei oraler Exposition sind ca. 108 Erreger notwendig. F. tularensis kann stabilisiert werden und in flüssiger oder trockener Form zur Anwendung als BT-Agens kommen. Ein bereits stattgehabter Einsatz als Biowaffe ist bis heute nicht belegt.

Vorkommen

Tularämie ist eine relativ seltene Zoonose. F. tularensis ssp. tularensis kommt ausschließlich in Nordamerika vor, während ssp. holarctica in der gesamten nördlichen Hemisphäre auftritt. In den USA wurden in den letzten Jahren jährlich zwischen 100 und 200 Fälle von Tularämie registriert. 2003 und 2011 wurden zwei Fälle von Tularämie in Australien beschrieben, die bisher einzigen bekannten Fälle auf der Südhalbkugel. In Deutschland wurden in den letzten Jahren jährlich zwischen 20 und 30 Fälle dieser gemäß IfSG meldepflichtigen Erkrankung an das RKI übermittelt. Es ist anzunehmen, dass die tatsächliche Fallzahl wesentlich höher liegt. In Europa waren es in diesem Zeitraum zwischen 500 und 1.000 Fälle jährlich. Betroffen sind häufig Personen, die sich viel in der freien Natur aufhalten (ländliche Bevölkerung, Jäger und Waldarbeiter).

Statisitk über Pestfälle