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Art des Erregers

Clostridium botulinum – Bakterium

Letalität (unbehandelt/behandelt)

bis zu 90%; jahrelang Schwäche und Atemnnot

Inkubationszeit

5 Tage

Gegenmaßnahme

keine

Übertragung

durch schlecht konservierte Lebensmittel;

Infektiosität

Keine evidenzbasierten Daten verfügbar

Virulenz

Keine evidenzbasierten Daten verfügbar

Pathogenität

Keine evidenzbasierten Daten verfügbar

Tenazität

Empfindlich gegenüber physikalischen, chemischen und Umwelteinflüssen; Erregersporen: Unempfindlich: normalen Umwelteinflüssen, Hitze; Empfindlich: saurem Milieu, Inaktivierung unter Druck und feuchter Hitze

Immunität

nach durchmachter Infektion nicht gegeben

Clostridium botulinum

Clostridium botulinum

Erreger

Botulinum Neurotoxine (BoNT) sind hochgiftige Stoffwechselprodukte, die von grampositiven, sporenbildenden Stäbchenbakterien der Gattung Clostridium produziert werden. Clostridium botulinum kann ubiquitär in Boden - und Schlammproben nachgewiesen werden. Weitere toxinproduzierende Vertreter der Gattung sind C. baratii, C. butyricum und C. argentinense. Es sind 8 immunologisch verschiedene Toxintypen (A–H) bekannt, von denen A, B, E, F und H gesichert humanpathogen sind.

Vorkommen

Der Erreger C. botulinum bzw. seine Sporen kommen ubiquitär im Boden sowie in Gewässerschlämmen vor. Unter anaeroben Bedingungen wird das Botulinumtoxin gebildet. Botulismus beim Menschen ist primär assoziiert mit Lebensmittelvergiftungen, Wundbotulismus und Säuglingsbotulismus. Aerogen induzierter Botulismus kommt unter natürlichen Bedingungen nicht vor.

Risikogruppe

Säuglinge (unter 12 Mon.) sind besonders gefährdet, da durch das fehlende saure Magenmilieu Erreger bzw. Sporen nicht abgetötet werden können. Bei entsprechendem Kontakt (z. B. durch Süßen der Nahrung mit Sporenkontaminiertem Honig) kann es zur Besiedelung des Darms durch Clostridien und so zum Säuglingsbotulismus kommen. Drogenabhängige können nach s. c. Injektionen Wundbotulismus entwickeln. Ansonsten keine besondere Risikogruppe. In Deutschland konnte durch entsprechende Maßnahmen in der Lebensmittelhygiene die Zahl der Fälle auf weniger als einen reduziert werden. Gefahr besteht insbesondere bei selbsthergestellten Wurstwaren bzw. Eingemachtem mit etwa 10–20 Fällen pro Jahr.

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Schutz­maßnahmen im Ernstfall

Impfung / Antitoxin

In Deutschland ist ein trivalentes Pferdeserum "Botulismus-Antitoxin Behring" gegen die Toxintypen A, B und E zugelassen. In anderen Ländern ist auch ein heptavalentes Antitoxin (gegen die Typen A–G) erhältlich.

Schutzkleidung und Verhalten

Für Pflegepersonal im Krankenhaus gelten die üblichen Hygiene-Maßnahmen. Kein spezieller Eigenschutz notwendig. Lediglich bei Verdacht auf weiterbestehende Aerosolexposition sind FFP-3-Masken oder gebläseunterstützte Filtergeräte (z. B TMP3 oder TH3P) erforderlich. Hierbei sind die notwendigen Voraussetzungen sowie die G26- Untersuchung zu beachten.

Absonderung

Nicht notwendig, da es sich nicht um eine ansteckende Krankheit handelt. Sonstige Maßnahmen: Sachgerechte Lagerung, Herstellung und Verarbeitung von Lebensmitteln, insbesondere Gemüsekonserven sowie getrocknete oder geräucherte Fleisch- bzw. Fischprodukte.

Statisitk über Pestfälle